Konzeption

Inhalt:

  1. Beschreibung der Gesamteinrichtung
  2. Aufgaben und Ziele
  3. Besonderes Profil
  4. Pädagogisches Leitbild
  5. Kooperation
  6. Unsere Schülerinnen und Schüler
  7. Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung
  8. Möglichkeiten im Unterricht
  9. Möglichkeiten und Ziele für soziales Lernen und emotionale Reifung
  10. "Werkstatt" Lernen und Arbeiten
  11. Leistungsbewertung, Zeugnisse und Abschlüsse

1. Beschreibung der Gesamteinrichtung

Die Elbe-Jeetzel-Schule ist eine staatlich anerkannte Förderschule mit dem Auftrag, Schülerinnen und Schüler zu erziehen und zu unterrichten, die Aufgrund ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung eine besondere Beschulung und sonder- und sozialpädagogische Förderung benötigen. Die EJS Dannenberg ist eine gGmbH, die in enger Kooperation mit den Heilpädagogischen Wohngruppen Penkefitz GmbH & Co. KG (HWP) arbeitet.

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2. Aufgaben und Ziele

  • Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen soziale und emotionale Entwicklung und Lernen
  • Unterricht erfolgt nach den Richtlinien und Stundentafeln der Grundschule, Hauptschule, Realschule und Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in den Schuljahrgängen 1-10
  • Aufbau von positiven Einstellungen und Werthaltungen Regelmäßige Fortschreibung und Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
  • Hinführung zu einem angemessenen Sozial-, Lern- und Leistungsverhalten als Voraussetzung für die Rückschulung in andere Schulen (Prinzip der Durchgangsschule)
  • Pädagogische Zusammenarbeit mit den Wohngruppen, bzw. den Erziehungsberechtigten

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3. Besonderes Profil

  • Förderung des Zusammenlebens und Lernens durch abgestimmte Normen, eindeutige Regeln und strukturierende Rituale des Schulalltags
  • Sozialpädagogische Unterstützung von Unterricht und Schulleben durch pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Soziales Kompetenztraining und erlebnispädagogische Aktivitäten
  • Differenzierung und Individualisierung des Unterrichts
  • Verstärkung und Belohnung erwünschten Lern- und Sozialverhaltens durch Belohnungs- und Tokensysteme
  • Einzelförderkonzepte für zur Zeit nicht in der Gruppe beschulbare Kinder und Jugendliche
  • Arbeitsweltorientierung durch umfangreiche Betriebspraktika und Vermittlung spezifischer Arbeitstugenden in der Oberstufe; Zusammenarbeit mit ortsansässigen Betrieben
  • Ein präventives und reaktives Programm gegen Gewalt (in Anlehnung an J. Weidner) wird von speziell geschulten Mitarbeitern durchgeführt
  • Vorbereitung und Durchführung von Schulfesten und Sportturnieren
  • Jährliche Durchführung einer Projektwoche
  • Wenn möglich, Rückschulung und Nachbetreuung in Zusammenarbeit mit den Regelschulen
  • Einsatz von Schulhunden

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4. Pädagogisches Leitbild

  • Pädagogisches Handeln muss sich von der Idee der Aufklärung leiten lassen. Erziehung und Bildung sind immer wertgebunden. Selbstbestimmung und Selbstbeschränkung gehören zusammen. Verantwortung für sich und andere sind nicht teilbar. Standpunktlosigkeit darf nicht mit Offenheit verwechselt werden, Freiheit nicht mit Bindungslosigkeit und Toleranz nicht mit Beliebigkeit.
  • Eigene Interessen formulieren, die Interessen Anderer berücksichtigen und einen Ausgleich herbeiführen zu können, sind wichtige Grundlagen in einer auf Partizipation und Autonomie ausgerichteten Demokratie.
  • Selbstbestimmung ist eine Voraussetzung für Mitbestimmung. Nur Menschen mit Ichstärke und Selbstbewusstsein können auch mit Fremden, mit Konkurrenz und mit Stress gelassen und ohne Angst umgehen.
  • Erwachsene müssen Werte vorleben und erfahrbar machen. Ihr Verhalten gegenüber jungen Menschen ist ganz entscheidend dafür, ob Erziehung gelingt und ob diese Selbstvertrauen entwickeln können. Sie müssen sich Kindern liebevoll zuwenden, Zeit für sie haben, Zuversicht und eine optimistische Zukunftsperspektive vermitteln. Sie müssen jedoch auch bereit sein, Grenzen zu ziehen und sich auf Konflikte mit Kindern und Jugendlichen einzulassen, dabei Argumente liefern, Positionen beziehen und begründen, Gelassenheit aber nicht Beliebigkeit vermitteln, Regeln und Rituale einüben.
  • Regelverletzungen müssen Folgen haben, damit Regeln eingeübt und akzeptiert werden. Wer keine Orientierung bietet, vernachlässigt die ihm Anvertrauten. Laizzes-faire und Verzicht auf Erziehung bedeuten: Ichstärke kann nicht aufgebaut werden, Identität nicht entwickelt werden.
  • Erziehung findet nur Akzeptanz, wenn die Erwachsenen das leben, was sie vom ihrem Gegenüber erwarten. Werte zu predigen, ohne sie zur eigenen Richtschnur zu machen, verhindert deren Annahme.
  • Kinder und Jugendliche erwarten nicht Einheitlichkeit, sondern Verlässlichkeit und einen Konsens, der Verschiedenheit zulässt.

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5. Kooperation

Übergreifende und vernetzende, engmaschige Zusammenarbeit mit den Heilpädagogischen Wohngruppen Penkefitz GmbH & Co. KG (HWP),

  • den Wohngruppenleitern bzw. Bezugserziehern unserer Schülerinnen und Schüler,
  • der Sozialpädagogischen Tagesgruppe,
  • der Ergotherapeutischen Praxis,
  • der Psychotherapeutischen Praxis,
  • der Reittherapie.
  • Mit den Therapeuten findet ein regelmäßiger Austausch statt. Die Psychologen führen im Bedarfsfall Testungen und Diagnostik durch.
  • Zusammenarbeit mit den anderen Schulen in Dannenberg und Hitzacker, Beratungsstellen (z.B. DAN-Bus) und anderen außerschulischen Einrichtungen (z.B. Jugendamt).

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6. Unsere Schülerinnen und Schüler

...sind schulpflichtige Kinder und Jugendliche aller Altersstufen,

  • die mit den pädagogischen Mitteln der Regelschulen z. Z. nicht gefördert werden können,
  • die aufgrund psychischer Auffälligkeiten oder Erkrankungen an Regelschulen nicht beschult werden können,
  • die von einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung aus dem autistischen Formenspektrum betroffen sind wie z.B. Asperger-Autismus,
  • die an Regelschulen häufig „den Rahmen sprengen“ und durch ständige Regelüberschreitungen (bewusst provokativ oder auch unbewusst impulsiv) auffallen,
  • die sehr gehemmt, unsicher und ängstlich auftreten,
  • die durch verschiedene Erfahrungen in ihrem Umfeld, in der Familie traumatisiert wurden,
  • die bisher starke Schulangst bzw. Schulverweigerungstendenzen bis hin zu längerem Schulabsentismus zeigten.

Vielfältige Verhaltensweisen können dazu führen, dass vorübergehend eine Beschulung in der Elbe-Jeetzel-Schule Dannenberg sinnvoll ist:

  • geringe Arbeitsmotivation (Unlust, Verweigerung, geringe Ausdauer, Fehlzeiten)
  • Unterrichtsstörungen (Verursachung von Geräuschen, Unterbrechungen, Clownerien, Hantieren mit Dingen)
  • Disziplinprobleme (fehlende Selbstkontrolle, Missachtung von Regeln, schwierige Lenkbarkeit)
  • aggressiv-schädigende Äußerungen (Provokationen, Angriffe, erhöhte Reizbarkeit, Wutausbrüche)
  • Integrationsprobleme
  • Konzentrationsmangel (geringe Aufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, Wahrnehmungsstörungen)

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7. Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung

  • wöchentliche Teamsitzung mit allen Mitarbeitern
  • regelmäßige Stufentreffen (Grund-, Mittel- und Oberstufe)
  • Kleingruppenarbeit zur Fortschreibung und Umsetzung des Schulkonzeptes
  • Arbeit am schulinternen Curriculum
  • schulinterne Fortbildungen
  • externe Fortbildungen
  • kollegiale Fallberatung
  • Supervision

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8. Möglichkeiten im Unterricht

  • Berücksichtigung individueller Interessen und Neigungen, Wünsche und Hoffnungen, Sorgen und Ängste
  • individuelle Lernpläne in Anknüpfung an die jeweilige Lernausgangslage unter Berücksichtigung des Arbeitstempos und der Lernbereitschaft des Schülers bzw. der Schülerin
  • Flexibilität bei der Unterrichtsplanung und Unterrichtsführung
  • Abschaffung des 45-Minuten-Taktes
  • Klassenlehrerprinzip und kleine Lerngruppen
  • zusätzliches Raum- und Personalangebot zur Einzelförderung und für Beratungs- und Konfliktgespräche
  • individuelle Token-Systeme
  • Berücksichtigung der emotionalen und sozialen Bedürfnisse in Bezug auf Reduzierung und flexible Gestaltung der Unterrichtszeit
  • Entspannungsphasen
  • Einzelförderung von lese- und rechtschreibschwachen Kindern, bzw. bei nicht sicher automatisierten Grundkenntnissen mit dem IntraActPlus-Konzept (nach Jansen und Streit)
  • Einzelförderung bei Dyskalkulie

Neben den Klassen- und Gruppenräumen stehen folgende Fachräume zu Verfügung:

Sporthalle, Bewegungsraum, 3 Küchen, 2 Werkräume, 2 Kunst- und Bastelräume, Musikraum, Computerraum, Medienraum, Naturwissenschaftsraum, Bücherei.

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9. Möglichkeiten und Ziele für soziales Lernen und emotionale Reifung

  • Aufbau verlässlicher Gruppen
  • konfrontative Pädagogik durch schnelles Aufarbeiten eines Konfliktes
  • soziales Kompetenztraining
  • Reflexion und Selbstbewertung
  • vielfältige Möglichkeiten zum sozialen Lernen auch im Unterricht
  • Beziehungen aufbauen und halten
  • Verantwortung für eigenes Handeln übernehmen
  • Grenzen respektieren
  • Achtung gegenüber Anderen und deren Eigentum aufbauen
  • Kritik annehmen und Kritik angemessen äußern
  • Niederlagen und Fehler eingestehen und ertragen können
  • Gefühle zulassen, benennen und aufarbeiten können
  • Einhalten von vorgegebenen Strukturen und Prinzipien
  • Entwicklung von Selbstwertgefühl, Selbstständigkeit und Selbstvertrauen

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10. "Werkstatt" Lernen und Arbeiten

Die Werkstatt „Lernen und Arbeiten“ ist Teil der Elbe-Jeetzel-Schule. Die Werkstatt besuchen Jugendliche, die

  • noch schulpflichtig sind
  • schulische Angebote extrem verweigern
  • den Schulbetrieb massiv stören
  • durch das berufsvorbereitende Bildungswesen nicht zu fördern sind

Die Werkstatt versucht folgende Ziele zu erreichen:

  • Bewältigung der aktuellen Lebenssituation
  • Stabilisierung und Verselbstständigung des Jugendlichen
  • Entwicklung persönlicher und beruflicher Perspektiven
  • erlernen von Arbeitstugenden
  • Vermittlung von praxisorientierten Arbeitstugenden
  • Rückführung in die Schule oder
  • Vorbereitung auf das Berufsbildungssystem oder
  • Vorbereitung auf die Arbeitswelt und die praktische Ausbildung

Wir versuchen diese Ziele zu erreichen, indem wir

  • praktisches Arbeiten, schulische Förderung und therapeutische Maßnahmen verknüpfen
  • eine klare und für jeden Jugendlichen nachvollziehbare Strukturierung haben
  • projektorientiert arbeiten
  • fachpraktische Förderung mit praxisnahen Theorieeinheiten verbinden
  • die Jugendlichen in unseren Partnerhandwerksbetrieben betreuen und auf die Arbeit dort vorbereiten

Die Jugendlichen arbeiten u.a. in folgenden Werkstattbereichen:

  • Holz
  • Garten und Landwirtschaft
  • Metall und Fahrradwerkstatt
  • Hausmeistertätigkeiten
  • Sport
  • Berufsvorbereitung und Schule

Den Jugendlichen werden folgende Therapieformen angeboten:

  • Psychotherapie
  • Ergotherapie
  • Reittherapie

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11. Leistungsbewertung, Zeugnisse und Abschlüsse

  • Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen des Kindes bei Benotungen und Bewertungen
  • Ergänzung des Notenzeugnisses durch Verschriftlichung des Leistungsstandes und des individuellen Lernfortschrittes
  • Möglichkeit zum Erwerb eines Abschlusses in den Bereichen der  Hauptschule, Realschule und Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen

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